DER SPIEGEL Nr. 23, 6.6.1956 bis 12.6.1956

DER SPIEGEL Zeitung 1956 – Ausgabe 23 vom 06.06.1956 bis 12.06.1956 – Deutsche Mark Vocke
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DER SPIEGEL Nr. 23, Original historische Zeitung vom 06. Juni 1956 bis 12. Juni 1956
DER SPIEGEL – Originalausgabe

DER SPIEGEL 23/1956 vom 06.06.1956 bis 12.06.1956 – Wilhelm Vocke & die Deutsche Mark

Titelgeschichte: Währung / Bank deutscher Länder – Die Weiche wird gestellt
Chronik über die Geburtswoche
Chronik über die Geburtswoche
ORIGINALAUSGABE DER SPIEGEL
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MIT SPIEGEL-ECHTHEITSZERTIFIKAT
CHRONIK ÜBER DIE GEBURTSWOCHE
Diese historische SPIEGEL-Ausgabe führt unmittelbar in eine entscheidende Phase des deutschen Wirtschaftswunders. Auf dem Titel steht Wilhelm Vocke, Präsident der Bank deutscher Länder und einer der wichtigsten Hüter der jungen Deutschen Mark. 1956 gerieten Vocke und Wirtschaftsminister Ludwig Erhard in einen offenen Konflikt mit Bundeskanzler Konrad Adenauer: Wie ließen sich Vollbeschäftigung und Wachstum erhalten, ohne die gerade erst wiedergewonnene Stabilität der D-Mark durch steigende Preise und Inflation zu gefährden?

Titelgeschichte: Wilhelm Vocke – Kanzler der Deutschen Mark

Die große Titelgeschichte der DER SPIEGEL Ausgabe 23/1956 trägt die Überschrift „Währung / Bank deutscher Länder: Die Weiche wird gestellt“. Im Mittelpunkt steht der damals 70-jährige Wilhelm Vocke, Präsident des Direktoriums der Bank deutscher Länder, der Vorgängerin der Deutschen Bundesbank.
DER SPIEGEL zeichnet das Porträt eines unabhängigen Notenbankiers, der die Stabilität der Deutschen Mark gegen politische und wirtschaftliche Interessen verteidigen will. Vockes Aufgabe ist brisant: Die Bundesrepublik erlebt einen außergewöhnlichen Wirtschaftsaufschwung, doch gleichzeitig steigen die Preise. Die Lebenshaltungskosten hatten innerhalb eines Jahres um fast vier Prozent zugenommen.
Die zentrale Frage lautet deshalb: Wie lange kann das deutsche Wirtschaftswunder wachsen, ohne die Stabilität der D-Mark zu gefährden?

Adenauer gegen Erhard und Vocke

Die Titelgeschichte beginnt mit einem politischen Paukenschlag. Bundeswirtschaftsminister Ludwig Erhard hatte Bundeskanzler Konrad Adenauer sogar seinen Rücktritt angedroht. Anlass waren öffentliche Angriffe Adenauers auf die Kreditpolitik der Bank deutscher Länder und auf die von Erhard unterstützten Maßnahmen.
Der Zentralbankrat hatte am 18. Mai 1956 den Diskontsatz von 4,5 auf 5,5 Prozent erhöht und weitere Kreditbeschränkungen beschlossen. Damit sollte Geld aus dem überhitzten Wirtschaftskreislauf gezogen und der Preisauftrieb gebremst werden.
Adenauer bezeichnete die Maßnahmen vor Industriellen im Kölner Gürzenich als schweren Schlag gegen die deutsche Konjunktur. Erhard verlangte daraufhin eine öffentliche Klarstellung des Kanzlers. Hinter diesem persönlichen Streit stand jedoch eine grundsätzliche Frage, die bis heute aktuell ist: Wie unabhängig muss eine Zentralbank von der Regierung sein?

Das Wirtschaftswunder droht zu überhitzen

Die wirtschaftlichen Zahlen, die DER SPIEGEL 1956 nennt, zeigen den enormen Aufschwung der jungen Bundesrepublik. Rund 23 Millionen Menschen stehen in Arbeit, die Vollbeschäftigung ist praktisch erreicht. Die Industrieproduktion liegt mehr als doppelt so hoch wie 1936 und die Bundesrepublik hat durch Exportüberschüsse Devisenreserven von rund 14 Milliarden Mark aufgebaut.
Doch gerade der Erfolg erzeugt neue Gefahren. Unternehmen investieren gewaltige Summen in Maschinen und Fabriken, Arbeitskräfte werden knapp, Löhne und Preise steigen und gleichzeitig plant der Staat hohe Ausgaben für Sozialpolitik, Wohnungsbau und die neu entstehenden Streitkräfte.
DER SPIEGEL beschreibt damit einen entscheidenden Moment des Wirtschaftswunders: Nicht Arbeitslosigkeit und Produktionsmangel sind das Problem – sondern die Frage, ob zu viel Wachstum in zu kurzer Zeit die junge Währung gefährden könnte.

Wie die Bank deutscher Länder die D-Mark schützte

Besonders interessant ist heute die ausführliche Erklärung der damaligen Geldpolitik. DER SPIEGEL beschreibt die Bank deutscher Länder als eine Art Pumpwerk: Sie kann der Wirtschaft über das Bankensystem zusätzliches Geld zuführen oder Geld aus dem Kreislauf herausziehen.
Erklärt werden die klassischen Instrumente der Notenbankpolitik: Mindestreserve, Diskontpolitik und Offenmarktpolitik. Die Ausgabe vermittelt damit anschaulich, wie Geld, Kredite, Zinsen und Inflation zusammenhängen und wie die junge Bundesrepublik versuchte, die Stabilität ihrer erst 1948 eingeführten Währung zu sichern.
Auch der damalige Geldumlauf wird dokumentiert: Von einem gesamten Geldvolumen von rund 73 Milliarden Mark existierten nur etwa 14 Milliarden tatsächlich als Banknoten und Münzen. Der weitaus größere Teil bestand bereits damals aus Buchgeld.

Wilhelm Vocke – geprägt von der deutschen Inflation

Wilhelm Vockes kompromisslose Haltung zur Geldwertstabilität hatte biografische Gründe. Der erfahrene Bankier hatte bereits die deutsche Inflation nach dem Ersten Weltkrieg aus nächster Nähe erlebt und an der Stabilisierung der Währung mitgewirkt.
Besonders eindrucksvoll wird die Titelgeschichte dort, wo sie Vockes Erfahrungen aus der Zeit des Nationalsozialismus schildert. Als Mitglied des Reichsbankdirektoriums wandte er sich Ende der 1930er-Jahre gemeinsam mit anderen Bankiers gegen die Finanzierung der immer größeren Rüstungsausgaben durch neu geschaffenes Geld.
DER SPIEGEL verbindet damit die Geldpolitik von 1956 unmittelbar mit den Erfahrungen zweier deutscher Inflationen und der Rüstungsfinanzierung des Dritten Reiches. Vockes Warnung ist eindeutig: Eine Inflation lasse sich nicht beliebig kontrollieren, wenn sie erst einmal in Gang gekommen sei.

Aufrüstung und die Zukunft der Deutschen Mark

1956 bekommt die währungspolitische Auseinandersetzung zusätzliche Brisanz durch den Aufbau der Bundeswehr. Milliardenbeträge sollen in Kasernen, Flugplätze, Marinebauprogramme, Bekleidung und Ausrüstung fließen.
DER SPIEGEL nennt konkrete Planungen: 40 neue Kasernen, 34 Flugplätze und die Ausrüstung der ersten 100.000 Soldaten. Noch im laufenden Haushaltsjahr sollten rund sechs Milliarden Mark in die Rüstung fließen.
Damit verbindet die Ausgabe Wirtschaftsgeschichte mit einem der wichtigsten politischen Themen des Jahres 1956. Die Frage lautet: Kann die Bundesrepublik gleichzeitig Wirtschaftswunder, Sozialreformen und Wiederbewaffnung finanzieren, ohne die D-Mark zu schwächen?

Köln 1956: „Du schönes Städtchen“

Ein zweiter außergewöhnlicher Beitrag dieser Ausgabe führt unmittelbar ins Köln des Jahres 1956. Unter der Überschrift „Köln: Du schönes Städtchen“ setzt sich DER SPIEGEL kritisch und teilweise ausgesprochen humorvoll mit der Architektur des Wiederaufbaus auseinander.
Nach den gewaltigen Kriegszerstörungen entsteht eine moderne Stadt – doch nicht alle Kölner sind mit dem Ergebnis zufrieden. DER SPIEGEL betrachtet das neue Wallraf-Richartz-Museum, das Opernhaus, das Polizeipräsidium, den wiederaufgebauten Gürzenich und den Umbau des mittelalterlichen Hahnentors.
Dabei geht es um eine Frage, die den Wiederaufbau vieler deutscher Städte prägte: Wie viel moderne Architektur verträgt eine historische Stadt?

Adenauer kritisiert seine Heimatstadt

Besonders bemerkenswert ist die Rolle Konrad Adenauers. Der Bundeskanzler war von 1917 bis 1933 Oberbürgermeister von Köln und verfolgte den Wiederaufbau seiner Heimatstadt ausgesprochen kritisch.
Bei den Feierlichkeiten zu seinem 80. Geburtstag hatte Adenauer wenige Monate zuvor sogar vorgeschlagen, das gerade errichtete Wallraf-Richartz-Museum wieder abzureißen. Das Äußere erinnere ihn eher an eine Fabrik als an ein Museum.
Auch die neue Kölner Oper wird im Artikel kritisch betrachtet. Die Kölner hatten für den monumentalen Neubau bereits zahlreiche Spitznamen gefunden. Am Hahnentor wiederum stößt sich der SPIEGEL an großen modernen Glasscheiben im mittelalterlichen Mauerwerk.
Der reich bebilderte Bericht macht diese Ausgabe deshalb auch zu einem besonderen Zeitdokument des Kölner Wiederaufbaus der 1950er-Jahre.

Weitere Themen dieser SPIEGEL-Ausgabe

Bonn & deutsche Politik

Neben der Währungspolitik beschäftigt sich DER SPIEGEL mit der deutschen Außenpolitik und der Deutschen Frage. Unter der Überschrift „Wovor haben wir Angst?“ werden die politischen Spannungen um die deutsche Teilung und das Verhältnis zwischen Ost und West aufgegriffen.

Bundeswehr & Marine

Die neu entstehenden Streitkräfte sind gleich mehrfach Thema. Berichtet wird über die Beschaffung von Uniformen und ein Marine-Treffen. Die Beiträge dokumentieren unmittelbar die Aufbauphase der 1955 gegründeten Bundeswehr.

Internationales

International beschäftigt sich das Heft mit Abrüstung, der Sowjetunion und dem Ostblock. Unter „Ostblock / Gemeinsamer Markt: Modell Luxemburg“ werden wirtschaftspolitische Entwicklungen betrachtet. Weitere Berichte führen nach Italien, England und in die Sowjetunion.

Luftfahrt & Verkehr

Düsenflugzeuge und internationale Flugrechte zeigen die rasante Entwicklung der zivilen Luftfahrt. Ein weiterer Beitrag beschäftigt sich unter der Überschrift „Auge über der Kreuzung“ mit moderner Verkehrsregelung.

Bücher, Film & Kultur

Die Kulturseiten stellen unter anderem Bücher von Erhart Kästner und Heinrich Eduard Jacob vor. Im Filmteil werden französische Produktionen besprochen, während weitere Beiträge den Blick auf die Sowjetunion und den Stalinismus richten.

Zeitgeist der Woche

Diese historische SPIEGEL-Ausgabe von 1956 zeigt die Bundesrepublik in einer entscheidenden Phase des Wirtschaftswunders. Vollbeschäftigung, steigende Produktion und wachsende Einkommen erzeugen einen Optimismus, der das Lebensgefühl der 1950er-Jahre prägt. Gleichzeitig wachsen die Sorgen um steigende Preise und die Stabilität der D-Mark.
Politisch stehen die Wiederbewaffnung, die deutsche Teilung und der Kalte Krieg im Mittelpunkt. Gleichzeitig verändert der Wiederaufbau das Gesicht der deutschen Städte. Der ausführliche Bericht über Köln zeigt eindrucksvoll, wie kontrovers bereits 1956 über moderne Architektur und den Umgang mit historischen Bauwerken diskutiert wurde.
Die Verbindung aus Wirtschaftswunder, D-Mark, Bundeswehr, internationaler Politik und dem Wiederaufbau Kölns macht diese Originalausgabe zu einer authentischen Chronik über die Woche vom 6. bis 12. Juni 1956.

Heftdaten

Titel: DER SPIEGEL
Ausgabe: Nr. 23/1956
Erscheinungszeitraum: 06.06.1956 – 12.06.1956
Titelgeschichte: Währung / Bank deutscher Länder – Die Weiche wird gestellt
Titelperson: Wilhelm Vocke
Sprache: Deutsch
Ausgabeart: Historische Originalausgabe
Zustand: altersentsprechend sehr gut
Diese originale SPIEGEL-Ausgabe von 1956 eignet sich besonders als Geschenk zum Geburtstag oder Jubiläum. Als Chronik über die Geburtswoche zeigt sie, welche politischen, wirtschaftlichen, gesellschaftlichen und kulturellen Themen Deutschland und die Welt rund um das persönliche Datum bewegten.
Für Menschen mit Bezug zu Köln besitzt diese Ausgabe einen zusätzlichen besonderen Reiz: Der ausführliche und reich bebilderte Bericht „Du schönes Städtchen“ zeigt die Stadt mitten im Wiederaufbau und dokumentiert die damalige Diskussion über Opernhaus, Wallraf-Richartz-Museum, Gürzenich, Hahnentor und das neue Stadtbild.
Auch für wirtschafts- und zeitgeschichtlich Interessierte ist das Heft außergewöhnlich: Die Titelgeschichte dokumentiert den Kampf um die Stabilität der Deutschen Mark mitten im Wirtschaftswunder.
Eine nachgedruckte Zeitung hat einen Erinnerungswert, aber keinen Sammlerwert.

Präsentation & Zertifikat

Jede Ausgabe wird in einer archivgeeigneten Sammler-Klarsichthülle geliefert, versehen mit dem Aufkleber „Chronik zur Woche der Geburt“ sowie einem originalen SPIEGEL-Echtheitszertifikat.
Das Echtheitszertifikat wird ausgestellt vom offiziellen Antiquariat des SPIEGEL-Verlags (Rudolf Augstein GmbH & Co. KG). Zusätzlich enthalten: Sticker „Originalausgabe“.
Aus dem Archiv des offiziellen SPIEGEL-Antiquariats – sorgfältig geprüft, dokumentiert und mit Echtheitszertifikat versehen.

FAQ

Ist es eine Originalausgabe?
Ja – eine historische SPIEGEL-Originalausgabe aus dem Jahr 1956. Es handelt sich nicht um einen Nachdruck oder eine Reproduktion.
Wer ist Wilhelm Vocke?
Wilhelm Vocke war 1956 Präsident des Direktoriums der Bank deutscher Länder, der Vorgängerin der Deutschen Bundesbank. Er gehörte zu den wichtigsten Verfechtern einer stabilen Deutschen Mark und einer von der Bundesregierung unabhängigen Notenbank.
Warum ist die Titelgeschichte wirtschaftsgeschichtlich interessant?
Sie dokumentiert einen zentralen Konflikt des Wirtschaftswunders: Die Wirtschaft boomte und Vollbeschäftigung war erreicht, gleichzeitig stiegen die Preise. Die Notenbank versuchte durch höhere Zinsen und weniger Kredite eine Überhitzung und Inflation zu verhindern.
Was hat Ludwig Erhard mit der Ausgabe zu tun?
Bundeswirtschaftsminister Ludwig Erhard unterstützte die Maßnahmen der Bank deutscher Länder. Nach öffentlicher Kritik Konrad Adenauers kam es zu einer schweren Regierungskrise, in deren Verlauf Erhard dem Kanzler sogar seinen Rücktritt androhte.
Enthält die Ausgabe einen Bericht über Köln?
Ja. Der umfangreiche Artikel „Köln: Du schönes Städtchen“ beschäftigt sich mit dem Wiederaufbau Kölns und unter anderem mit dem Wallraf-Richartz-Museum, dem Opernhaus, dem Gürzenich, dem Hahnentor und dem neuen Polizeipräsidium.
Ist die Ausgabe für Kölner besonders interessant?
Ja. Der reich bebilderte Architekturbericht zeigt das Kölner Stadtbild mitten im Wiederaufbau der 1950er-Jahre und die damalige Kritik an einigen der wichtigsten Neubauten. Dadurch ist das Heft auch ein besonderes zeitgenössisches Dokument der Kölner Stadtgeschichte.
Ist ein Echtheitszertifikat enthalten?
Ja – zu der historischen SPIEGEL-Originalausgabe erhalten Sie ein Echtheitszertifikat.
Ist die Ausgabe als Geburtstagsgeschenk geeignet?
Ja. Als historische Originalausgabe dokumentiert sie die Ereignisse und Themen einer ganzen Woche und ist damit eine persönliche Chronik rund um das Geburtsdatum.
Handelt es sich um einen Nachdruck?
Nein – angeboten wird eine historische Originalausgabe in altersentsprechend sehr gutem Zustand.


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