DER SPIEGEL Nr. 34, 22.8.1956 bis 28.8.1956

Original Zeitung 1956 DER SPIEGEL vom 22.8.1956 bis 28.8.1956 - Ludwig Reiners, Brecht & Suezkrise
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DER SPIEGEL Nr. 34, Original historische Zeitung vom 22. August 1956 bis 28. August 1956
DER SPIEGEL – Originalausgabe

DER SPIEGEL 34/1956 vom 22.8.1956 bis 28.8.1956 – Ludwig Reiners, Bertolt Brecht und Suezkrise

Titelgeschichte: Ludwig Reiners – Zweierlei Garn
Chronik über die Geburtswoche
Chronik über die Geburtswoche
ORIGINALAUSGABE DER SPIEGEL
KEIN NACHDRUCK
MIT SPIEGEL-ECHTHEITSZERTIFIKAT
CHRONIK ÜBER DIE GEBURTSWOCHE
Diese historische SPIEGEL-Ausgabe führt unmittelbar in den August 1956. Auf dem Titel steht der erfolgreiche Schriftsteller und Textilkaufmann Ludwig Reiners. Gleichzeitig blickt das Heft auf den wenige Tage zuvor verstorbenen Bertolt Brecht, berichtet ausführlich über die dramatische Suezkrise und beschäftigt sich mit Dokumenten zum 20. Juli 1944. Eine vielseitige Originalausgabe über Literatur, Politik und Weltgeschehen der 1950er Jahre.

Titelgeschichte: Ludwig Reiners – „Zweierlei Garn“

Die Titelgeschichte der DER SPIEGEL Ausgabe 34/1956 porträtiert Ludwig Reiners, der eine ungewöhnliche Doppelkarriere führte: Er war Verkaufsdirektor einer Münchner Garnfabrik und gleichzeitig einer der erfolgreichsten deutschen Sachbuchautoren seiner Zeit.
DER SPIEGEL charakterisiert ihn mit einem treffenden Wortspiel als bedeutenden Schriftsteller unter den Textilindustriellen und bedeutenden Textilindustriellen unter den Schriftstellern. Mehr als eine halbe Million Exemplare seiner Bücher waren zu diesem Zeitpunkt bereits verkauft worden.
Seine Themen reichten von deutscher Stilkunst und Geschichte über Volkswirtschaft, Astrologie und Redekunst bis hin zu praktischen Ratgebern. Seine Bücher schrieb Reiners jedoch nicht hauptberuflich: Dafür reservierte er vor allem Samstage, Sonntage und Ferien.

„Zum Schreiben ist der Sonntag da“

Ludwig Reiners verstand sich selbst als eine Art Sonntagsschriftsteller. Trotz seiner beträchtlichen Einnahmen als Autor dachte er nicht daran, seinen Beruf in der Wirtschaft aufzugeben. Seit fast drei Jahrzehnten arbeitete er als Verkaufsdirektor der Münchner Garnfabrik Richard Jung.
Der SPIEGEL beschreibt einen Mann mit ausgeprägtem Ordnungssinn. Auf seinem Schreibtisch sollte möglichst immer nur ein einziges Aktenstück liegen. Gleichzeitig übertrug Reiners Prinzipien aus dem Geschäftsleben auf seine Bücher: verständlich schreiben, schnell zur Sache kommen und komplizierte Themen so erklären, dass sie ein breites Publikum erreichen.
Sein eigenes Lebensprinzip fasste Reiners bemerkenswert zusammen: Ein gesunder Mensch könne sich in der einen Arbeit von der anderen erholen.

Vom „Ewigen Brunnen“ bis Friedrich dem Großen

Reiners hatte bis 1956 ein ungewöhnlich breites Werk geschaffen. Dazu gehörten seine Bücher über deutsche Stilkunst, seine Biographie „Friedrich“ über Friedrich den Großen, „In Europa gehen die Lichter aus“ über den Untergang des Wilhelminischen Reiches sowie die Gedichtsammlung „Der ewige Brunnen“.
Seine Stärke lag nach Darstellung des SPIEGEL darin, Forschungsergebnisse aus Fachbüchern und wissenschaftlicher Literatur aufzunehmen und für ein großes Publikum verständlich aufzubereiten. Reiners selbst beschrieb diese Form populärer Wissensvermittlung sinngemäß als das Abfüllen wissenschaftlicher Erkenntnisse aus den Kellern der Forschung.

Reiners gegen die Astrologie

Ein besonders unterhaltsamer Teil des Porträts beschäftigt sich mit Reiners' Buch über Astrologie. Darin versuchte er, astrologische Behauptungen systematisch zu überprüfen und zu widerlegen.
Für einen Test ließ Reiners unter anderem die Geburtsdaten des Dichters Rainer Maria Rilke und der Schauspielerin Marlene Dietrich astrologisch auswerten. Die daraus abgeleiteten Charakterbeschreibungen erwiesen sich als bemerkenswert unpassend: Rilke wurden beispielsweise ausgeprägte kaufmännische Fähigkeiten zugeschrieben.
Das SPIEGEL-Porträt zeigt Reiners damit nicht nur als Schriftsteller, sondern als typischen Vertreter einer rationalen, aufklärerischen Haltung der Nachkriegszeit.

Bertolt Brecht – wenige Tage nach seinem Tod

Von besonderer kulturhistorischer Bedeutung ist diese Ausgabe durch ihre Beiträge über Bertolt Brecht. Der Dramatiker und Lyriker war erst am 14. August 1956 in Ost-Berlin gestorben – nur wenige Tage vor Erscheinen dieser SPIEGEL-Ausgabe.
Unter der Überschrift „Brecht: Nach Gutdünken“ beschäftigt sich das Heft mit dem gerade verstorbenen Schriftsteller. Zusätzlich widmet DER SPIEGEL einen eigenen Beitrag Brechts Theorie des „epischen Theaters“.
Damit ist Nr. 34/1956 ein zeitnahes Pressedokument zur damaligen Wahrnehmung eines Schriftstellers und Theatermachers, dessen Werk später zu den bedeutendsten der deutschen Literatur des 20. Jahrhunderts gerechnet wurde.

Suezkrise 1956 – „Kaum ein Happy-End“

Die internationale Politik dieser Woche wird von der Suezkrise beherrscht. Nach der Verstaatlichung des Suezkanals durch Ägyptens Präsidenten Gamal Abdel Nasser war in London eine internationale Konferenz zusammengekommen.
DER SPIEGEL berichtet unter der Überschrift „Suez-Konferenz: Kaum ein Happy-End“ ausführlich über die Verhandlungen im Lancaster House. Vertreter von 22 Staaten nahmen teil, während Ägypten und Griechenland der Konferenz fernblieben.
Im Mittelpunkt standen Großbritannien und Frankreich, die USA unter Außenminister John Foster Dulles, die Sowjetunion sowie Indien. Umstritten war insbesondere, wer den strategisch und wirtschaftlich enorm wichtigen Suezkanal künftig kontrollieren und die Kanalgebühren festlegen sollte.

Eine Krise kurz vor der militärischen Eskalation

Aus heutiger Sicht macht gerade der Erscheinungszeitpunkt den Suez-Bericht besonders interessant. Im August 1956 befand sich die Krise noch in ihrer diplomatischen Phase. Großbritannien und Frankreich erhöhten bereits den militärischen Druck, während die USA eine militärische Lösung ablehnten.
DER SPIEGEL dokumentiert damit die internationale Lage, bevor die Suezkrise im Herbst 1956 militärisch eskalierte. Der Bericht vermittelt unmittelbar, wie unsicher der Ausgang des Konflikts zu diesem Zeitpunkt noch war.

20. Juli 1944 – „Vierzehn Seiten fehlen“

Ein weiterer historischer Beitrag beschäftigt sich mit Dokumenten zum Attentat vom 20. Juli 1944. Unter der Überschrift „Vierzehn Seiten fehlen“ greift DER SPIEGEL die weiterhin offene Aufarbeitung des Widerstands gegen Adolf Hitler auf.
Elf Jahre nach Kriegsende war die Auseinandersetzung mit dem Nationalsozialismus und mit der Rolle des deutschen Widerstands noch ein hochaktuelles Thema. Der Beitrag macht die Ausgabe deshalb auch zu einem Dokument darüber, wie die junge Bundesrepublik Mitte der 1950er Jahre auf ihre unmittelbare Vergangenheit blickte.

Uranbergbau – „Flicks Versuchsschacht“

Unter der Überschrift „Bergbau / Uran: Flicks Versuchsschacht“ beschäftigt sich das Heft mit einem Rohstoff, der im Atomzeitalter eine völlig neue strategische Bedeutung erhalten hatte.
Der Beitrag verbindet Wirtschaft, Bergbau und die beginnende Atomära und zeigt, wie stark das Thema Uran Mitte der 1950er Jahre auch in Westdeutschland an Bedeutung gewann.

Weitere Themen dieser SPIEGEL-Ausgabe

Moskau und die deutsche Außenpolitik

Die Beziehungen zwischen der Bundesrepublik und der Sowjetunion bleiben mit Berichten über eine Moskau-Reise, den Truppenabzug der Mächte und die Deutschland-Frage wichtige Themen.

Katyn

Mit „Ostblock / Katyn: Ein schrecklicher Mißgriff“ greift DER SPIEGEL auch das Massaker von Katyn und dessen politische Nachwirkungen im Kalten Krieg auf.

Bundeswehr und Wehrfreude

Mehrere Beiträge behandeln die neuen westdeutschen Streitkräfte. Die Bundeswehr befand sich 1956 noch in ihrer Aufbauphase und war Gegenstand intensiver gesellschaftlicher und politischer Diskussionen.

USA und Wahlen

Auch die amerikanische Politik im Präsidentschaftswahljahr 1956 findet ihren Platz im Heft. Unter „USA / Wahlen: Das Attentat“ blickt DER SPIEGEL auf den amerikanischen Wahlkampf.

Arabien und Sklavenhandel

Der Beitrag „Arabien / Sklavenhandel: Ein ehrsames Gewerbe“ dokumentiert ein heute besonders bemerkenswertes internationales Thema dieser Ausgabe.

Zeitgeist der Woche

Die Woche vom 22. bis 28. August 1956 verbindet Kulturgeschichte mit den großen politischen Spannungen der Nachkriegszeit. Nur wenige Tage zuvor war Bertolt Brecht gestorben. Sein Tod und sein „episches Theater“ werden bereits in dieser Ausgabe aufgegriffen.
Gleichzeitig richtet sich der Blick der Welt auf den Suezkanal. Noch wird in London verhandelt, während Großbritannien und Frankreich militärischen Druck aufbauen und die USA, Indien und die Sowjetunion um eine andere Lösung ringen.
In Deutschland beschäftigen die Wiederbewaffnung, der Umgang mit dem 20. Juli 1944 und die Beziehungen zur Sowjetunion die Öffentlichkeit. Die Titelgeschichte über Ludwig Reiners wiederum zeigt eine andere Seite der jungen Bundesrepublik: Bildung, beruflichen Aufstieg, Ordnungssinn und den wachsenden Markt für populäre Sachbücher und Ratgeber.
So entsteht ein vielschichtiges Bild des Sommers 1956 – eine echte Chronik über die Geburtswoche.

Heftdaten

Titel: DER SPIEGEL
Ausgabe: Nr. 34/1956
Erscheinungszeitraum: 22.8.1956 – 28.8.1956
Titelgeschichte: Ludwig Reiners – Zweierlei Garn
Titelperson: Ludwig Reiners
Weitere Themen: Bertolt Brecht, Suezkrise, 20. Juli 1944, Bundeswehr, Katyn, Uranbergbau
Sprache: Deutsch
Ausgabeart: Historische Originalausgabe
Zustand: altersentsprechend sehr gut
Diese originale SPIEGEL-Ausgabe von 1956 eignet sich besonders als persönliches Geschenk zum Geburtstag oder Jubiläum. Als Wochenmagazin dokumentiert sie nicht nur einen einzelnen Tag, sondern ein breites Spektrum dessen, was Deutschland und die Welt in dieser Woche beschäftigte.
Mit Ludwig Reiners, den unmittelbar nach seinem Tod erschienenen Beiträgen über Bertolt Brecht, der Suezkrise und der Aufarbeitung des 20. Juli bietet Nr. 34/1956 eine außergewöhnlich vielseitige Momentaufnahme ihrer Zeit.
Eine nachgedruckte Zeitung hat einen Erinnerungswert, aber keinen Sammlerwert.

Präsentation & Zertifikat

Jede Ausgabe wird in einer archivgeeigneten Sammler-Klarsichthülle geliefert, versehen mit dem Aufkleber „Chronik zur Woche der Geburt“ sowie einem originalen SPIEGEL-Echtheitszertifikat.
Das Echtheitszertifikat wird ausgestellt vom offiziellen Antiquariat des SPIEGEL-Verlags (Rudolf Augstein GmbH & Co. KG). Zusätzlich enthalten: Sticker „Originalausgabe“.
Aus dem Archiv des offiziellen SPIEGEL-Antiquariats – sorgfältig geprüft, dokumentiert und mit Echtheitszertifikat versehen.

FAQ

Ist es eine Originalausgabe?
Ja – eine historische SPIEGEL-Originalausgabe aus dem Jahr 1956. Es handelt sich nicht um einen Nachdruck oder eine Reproduktion.
Wer ist auf dem Titel von SPIEGEL 34/1956?
Auf dem Titel ist Ludwig Reiners zu sehen, Schriftsteller und Verkaufsdirektor einer Münchner Garnfabrik.
Worum geht es in der Titelgeschichte?
DER SPIEGEL porträtiert Ludwig Reiners und seine ungewöhnliche Doppelkarriere als erfolgreicher Geschäftsmann und populärer Schriftsteller, der seine Bücher überwiegend an Wochenenden und in den Ferien schrieb.
Ist Bertolt Brecht in dieser Ausgabe enthalten?
Ja. Die Ausgabe erschien nur wenige Tage nach Brechts Tod am 14. August 1956 und enthält Beiträge über Bertolt Brecht sowie über seine Theorie des „epischen Theaters“.
Berichtet die Ausgabe über die Suezkrise?
Ja. Ein ausführlicher Beitrag behandelt die internationale Suez-Konferenz in London und die Auseinandersetzung um die zukünftige Kontrolle des Suezkanals.
Welche weiteren historischen Themen enthält das Heft?
Unter anderem den 20. Juli 1944, die Bundeswehr, Katyn, Uranbergbau, die Deutschland-Frage, die Sowjetunion und die amerikanische Politik.
Ist die Ausgabe als Geburtstagsgeschenk geeignet?
Ja. DER SPIEGEL dokumentiert als Wochenmagazin Politik, Wirtschaft, Gesellschaft und Kultur der gesamten Geburtswoche und bietet dadurch einen besonders breiten zeitgeschichtlichen Rückblick.
Handelt es sich um einen Nachdruck?
Nein – angeboten wird eine historische Originalausgabe in altersentsprechend sehr gutem Zustand.


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