DER SPIEGEL Nr. 44, 24.10.1966 bis 30.10.1966
- Artikel-Nr.: sp66_44
- Artikelgewicht 0.4 kg
DER SPIEGEL 44/1966 vom 24.10.1966 bis 30.10.1966 – Kunst als Kapitalanlage

KEIN NACHDRUCK
MIT SPIEGEL-ECHTHEITSZERTIFIKAT
CHRONIK ÜBER DIE GEBURTSWOCHE
Titelgeschichte: „Aktien an der Wand“
Ausgangspunkt des umfangreichen Beitrags ist eine Auktion bei Sotheby's in London. Für zehn Blätter aus Toulouse-Lautrecs lithographischem Zyklus „Elles“ fallen 8.000 Pfund beziehungsweise rund 88.000 Mark. DER SPIEGEL nimmt die Versteigerung zum Anlass, den stark wachsenden internationalen Kunstmarkt zu untersuchen.
Bis zum Jahresende 1966 werden nach Darstellung des Artikels rund 800 bedeutende Kunstauktionen erwartet, davon etwa 60 in Westdeutschland. Kunst ist längst nicht mehr ausschließlich ein Betätigungsfeld leidenschaftlicher Sammler.
Immer mehr Käufer betrachten Gemälde, Plastiken und Originalgraphiken als Reservekapital – und hoffen auf Wertsteigerungen, die mit klassischen Geldanlagen konkurrieren können.
Kunst wird zur Kapitalanlage
DER SPIEGEL beschreibt einen internationalen Kunstboom, der längst auch die deutsche Mittelschicht erreicht hat. Wo früher Kunstdrucke die Wohnzimmer schmückten, hängen zunehmend signierte Graphiken, Lithographien und echte Gemälde.
Selbst die Kaufhof AG beteiligt sich am Geschäft und veranstaltet in ihren Warenhäusern Verkaufsausstellungen moderner graphischer Kunst.
Nach einer im Artikel zitierten Einschätzung des Münchner Professors Horst Wagenführ möchte ungefähr die Hälfte der Kunstkäufer ihr Geld anlegen oder spekulieren. Rund 40 Prozent kaufen vor allem aus Prestigegründen. Lediglich etwa zehn Prozent werden als passionierte Sammler beschrieben.
Für vorsichtige Anleger erscheinen Kunstwerke in einer Zeit schwächerer Börsenkurse und steigender Preise als vermeintlich wertbeständige Alternative zu Spargeld, Aktien und Rentenpapieren.
Spektakuläre Wertsteigerungen
Der Artikel nennt Beispiele, die den damaligen Kunstboom eindrucksvoll illustrieren. Eine Rembrandt-Zeichnung, die 1937 für 200 Mark versteigert worden war, erzielte Jahrzehnte später 58.540 Mark.
Ein Porträt von Oskar Kokoschka, für das der Künstler 1910 einen Gegenwert von etwa 200 Mark erhalten hatte, wurde 1954 für 57.000 Mark und sieben Jahre später für rund 300.000 Mark verkauft.
Auch Werke von Ernst Ludwig Kirchner, Edvard Munch und Amedeo Modigliani werden als Beispiele für außergewöhnliche Preisentwicklungen genannt.
Doch DER SPIEGEL warnt zugleich davor, aus solchen Spitzenpreisen allgemeine Regeln abzuleiten. Künstlername, Qualität, Motiv, Zustand und Nachfrage entscheiden darüber, ob ein Werk tatsächlich im Wert steigt.
Picasso, Chagall und die Börsenfavoriten der Kunst
Besonders eindrucksvoll ist die Entwicklung bei Pablo Picasso. Seine aquarellierte Zeichnung „Au Moulin Rouge“ erzielte 1950 etwa 7.000 Mark. Elf Jahre später wurde das Blatt für 190.000 Mark versteigert.
Der Beitrag berichtet zugleich über die enorme Produktivität Picassos und die Bedeutung einer kontrollierten Angebotsmenge für die Preisentwicklung seiner Werke.
Zu den großen Gewinnern des damaligen Kunstmarktes zählt außerdem Marc Chagall. Seine Farblithographien werden stark nachgefragt. Bei der Serie „Daphnis und Chloe“ beschreibt DER SPIEGEL, wie einzelne Blätter innerhalb kurzer Zeit von etwa 3.000 auf rund 7.000 Mark steigen.
Andere Künstler entwickeln sich dagegen schwächer. Bernard Buffet und der im Artikel als „deutscher Picasso“ bezeichnete Werner Gilles werden als Beispiele dafür genannt, dass auch bekannte Namen keineswegs automatisch steigende Preise garantieren.
Manipulierte Preise und künstliche Verknappung
DER SPIEGEL blickt auch hinter die Kulissen des Kunsthandels. Der Beitrag schildert Methoden, mit denen Händler Preise beeinflussen können – etwa durch künstliche Verknappung oder durch inszenierte Bietergefechte auf Auktionen.
Besonders Paris wird als Zentrum eines internationalen Handels beschrieben, in dem wenige einflussreiche Händler die Verteilung begehrter Werke kontrollieren können.
Damit zeigt die Titelgeschichte bereits 1966 Mechanismen, die Kunstwerke zugleich zu Kulturgütern, Prestigeobjekten und Spekulationswerten machen.
Fälschungen – das Risiko der Kunstanlage
Wo hohe Preise gezahlt werden, wächst auch das Geschäft mit Fälschungen. Der SPIEGEL-Beitrag schildert Fälle, in denen vermeintlich wertvolle Werke erst nach dem Kauf als Kopien oder falsch zugeschriebene Arbeiten erkannt wurden.
Auch bei Graphiken ist Sachkenntnis entscheidend. Unterschiedliche Druckzustände, spätere Abzüge und technisch aufwendig hergestellte Reproduktionen können für Laien nur schwer voneinander zu unterscheiden sein.
Signaturen, Gutachten und die dokumentierte Herkunft eines Gemäldes sollen Sicherheit schaffen – eine Garantie gegen Täuschungen bieten sie nach Darstellung des Artikels jedoch nicht.
Oskar Kokoschka: „Drei Fabriken fälschen meine Bilder“
Passend zur Titelgeschichte spricht DER SPIEGEL ausführlich mit dem österreichischen Maler Oskar Kokoschka über gefälschte und verfälschte Werke, die unter seinem Namen auf dem internationalen Kunstmarkt angeboten werden.
Kokoschka berichtet, dass seit den frühen fünfziger Jahren immer mehr falsche Arbeiten aufgetaucht seien. Nach seinen damaligen Informationen gebe es drei Produktionsstätten beziehungsweise „Fabriken“ für solche Fälschungen – mit Verbindungen nach München, Paris und Ungarn.
Er schildert konkrete Fälle, in denen angebliche Vorstudien, Aquarelle und sogar große Gemälde mit seinem Namen versehen wurden. Selbst Museen und erfahrene Kunsthändler waren mit zweifelhaften Zuschreibungen konfrontiert.
Das Interview ergänzt die Titelgeschichte um die Perspektive eines Künstlers, dessen steigender Marktwert zugleich das Interesse professioneller Fälscher geweckt hatte.
Kokoschka über sein Adenauer-Porträt
Im Interview kommt Kokoschka auch auf sein Porträt des früheren Bundeskanzlers Konrad Adenauer zu sprechen. Für die Arbeit habe Adenauer drei Wochen lang täglich zwei bis drei Stunden Modell gestanden.
Kokoschka erinnert sich an intensive Gespräche während der Sitzungen und erklärt, dass ihn an Adenauer nicht das Geld, sondern die Persönlichkeit interessiert habe.
Als besonders hohen Marktpreis für eines seiner Werke nennt das Interview 550.000 Mark für das Gemälde „Dresdner Neustadt“, das 1965 von einem Kunsthändler an die Firma Reemtsma verkauft worden sei.
Ist Kunst die bessere Aktie?
Am Ende der Titelgeschichte fällt die Antwort deutlich differenzierter aus, als die spektakulären Preissteigerungen zunächst vermuten lassen.
DER SPIEGEL vergleicht Kunstwerke mit Aktien: Bei beiden seien die besonders begehrten Werte knapp und teuer. Kunst sei jedoch wesentlich schwerer kalkulierbar. Ein Werk könne im Laufe der Jahre erheblich gewinnen – aber ebenso stark an Wert verlieren.
Hinzu kommt ein entscheidender Unterschied: Aktien können Dividenden bringen, während ein Kunstwerk zunächst „totes Kapital“ bleibt. Dafür bietet es etwas, das kein Wertpapier an der Wand leisten kann: gesellschaftliches Prestige und den persönlichen Genuss am Kunstwerk.
Weitere Themen dieser SPIEGEL-Ausgabe
HS 30 – „Oder wie man einen Staat ruiniert“
Ein weiteres großes Deutschland-Thema dieser Ausgabe trägt die Überschrift „HS 30 – Oder wie man einen Staat ruiniert“.
Fallex 66 – „Tischtuch für Generale“
Die NATO-Stabsrahmenübung Fallex 66 bleibt auch in dieser SPIEGEL-Ausgabe ein Thema.
„War die Mauer zu verhindern?“
Die deutsche Teilung und die Berliner Mauer gehören ebenfalls zu den politischen Themen des Heftes.
Vietnam – „Die Ratten kommen“
Unter den Auslandsthemen beschäftigt sich DER SPIEGEL erneut mit dem Vietnamkrieg.
Der Orden unter dem Totenkopf
Die umfangreiche SPIEGEL-Serie von Heinz Höhne über die Geschichte der SS wird in dieser Ausgabe fortgesetzt.
Nachruf auf Wieland Wagner
DER SPIEGEL erinnert an den am 17. Oktober 1966 verstorbenen Regisseur und Festspielleiter Wieland Wagner.
Zeitgeist der Woche
Die Ausgabe vom 24. bis 30. Oktober 1966 dokumentiert eine Zeit, in der wachsender Wohlstand neue Formen des Konsums und der Geldanlage hervorbringt. Kunstwerke werden nicht mehr ausschließlich aus Leidenschaft gesammelt, sondern zunehmend nach Rendite, Prestige und Wertbeständigkeit beurteilt.
Gleichzeitig zeigt das Heft die politischen Spannungsfelder seiner Woche: Wiedervereinigung, Bundeshaushalt, Fallex 66, die Berliner Mauer, Vietnam und die Auseinandersetzung mit der NS-Vergangenheit stehen neben Kultur, Literatur, Film und gesellschaftlichen Fragen.
Damit ist DER SPIEGEL 44/1966 eine außergewöhnlich vielseitige Chronik über die Geburtswoche – und mit seinem Titelthema über Kunst als Kapitalanlage auch Jahrzehnte später bemerkenswert aktuell.
Heftdaten
Titel: DER SPIEGEL
Ausgabe: Nr. 44/1966
Zeitraum: 24.10.1966 bis 30.10.1966
Titelthema: Kunst als Kapitalanlage
Titelgeschichte: Kapitalanlagen – „Aktien an der Wand“
Weiteres Kunstthema: Oskar Kokoschka – „Drei Fabriken fälschen meine Bilder“
Sprache: Deutsch
Art: Historische SPIEGEL-Originalausgabe
Zustand: sammelwürdiger Zustand
Eine originale SPIEGEL-Ausgabe von 1966 ist eine außergewöhnliche Geschenkidee zum Geburtstag oder Jubiläum. Besonders für Menschen, deren Geburtstag in die Woche vom 24. bis 30. Oktober 1966 fällt, wird diese historische Ausgabe zur persönlichen Chronik über die Geburtswoche.
Wer nach einer alten Zeitung vom Geburtstag 1966 sucht, erhält hier keine Reproduktion, sondern ein echtes zeitgeschichtliches Original. Die Titelgeschichte über Kunst als Kapitalanlage macht gerade diese Ausgabe zusätzlich für Kunstliebhaber, Sammler und Menschen mit Interesse am historischen Kunstmarkt interessant.
Eine nachgedruckte Zeitung hat einen Erinnerungswert, aber keinen Sammlerwert.
Präsentation & Echtheitszertifikat
Jede Ausgabe wird in einer archivgeeigneten Sammler-Klarsichthülle geliefert, versehen mit dem Aufkleber „Chronik zur Woche der Geburt“ sowie einem originalen SPIEGEL-Echtheitszertifikat.
Das Echtheitszertifikat wird ausgestellt vom offiziellen Antiquariat des SPIEGEL-Verlags (Rudolf Augstein GmbH & Co. KG). Zusätzlich enthalten: Sticker „Originalausgabe“.
Häufige Fragen zu DER SPIEGEL 44/1966
Ist DER SPIEGEL 44/1966 eine echte Originalausgabe?
Ja. Angeboten wird eine historische Originalausgabe aus dem Oktober 1966 – kein Nachdruck und keine Reproduktion.
Was zeigt das Titelbild?
Das Titelbild illustriert das Thema „Kunst als Kapitalanlage“. Die Titelgeschichte trägt die Überschrift „Aktien an der Wand“.
Worum geht es in der Titelgeschichte?
DER SPIEGEL untersucht den internationalen Kunstboom, enorme Preissteigerungen, Kunst als Geldanlage sowie die Risiken durch Manipulationen, Fälschungen und schwer kalkulierbare Marktpreise.
Welche Künstler spielen in dem Beitrag eine Rolle?
Unter anderem werden Pablo Picasso, Marc Chagall, Oskar Kokoschka, Ernst Ludwig Kirchner, Edvard Munch, Rembrandt, Toulouse-Lautrec und weitere bedeutende Künstler behandelt.
Was sagt Oskar Kokoschka über Kunstfälschungen?
In einem ausführlichen SPIEGEL-Interview berichtet Kokoschka über gefälschte und verfälschte Arbeiten, die unter seinem Namen angeboten wurden, und nennt konkrete Beispiele aus dem internationalen Kunsthandel.
Welche weiteren Themen enthält die Ausgabe?
Unter anderem HS 30, Fallex 66, Wiedervereinigung, die Berliner Mauer, Vietnam, die Serie „Der Orden unter dem Totenkopf“ sowie ein Nachruf auf Wieland Wagner.
Ist ein SPIEGEL-Echtheitszertifikat enthalten?
Ja. Die Originalausgabe wird mit einem Echtheitszertifikat des offiziellen SPIEGEL-Antiquariats geliefert.
Eignet sich DER SPIEGEL 44/1966 als Geburtstagsgeschenk?
Ja. Besonders für Menschen, die zwischen dem 24. und 30. Oktober 1966 geboren wurden, ist die Ausgabe eine persönliche Chronik ihrer Geburtswoche.
Handelt es sich um einen Nachdruck?
Nein. Sie erhalten eine echte historische SPIEGEL-Ausgabe aus dem Jahr 1966.
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